(Versuchtes) Tötungsdelikt

Ein Tötungsdelikt ist eine Straftat gegen das menschliche Leben. Unter dem Begriff ist eine Reihe von Delikten zusammengefasst. Unter anderem sind dies Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung.

Damit eine Tötung ein Mord ist, müssen bestimmte Merkmale erfüllt sein. Mögliche Merkmale sind z. B. Tötung aus niederen Beweggründen wie Habgier und Hass (z.B. gegen Migrant*innen) sowie Heimtücke, bei welcher die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt wurde.

Sind diese Merkmale nicht erfüllt, handelt es sich um Totschlag.

Eine fahrlässige Tötung bedeutet, dass eine Person durch Missachtung ihrer Sorgfaltspflicht den Tod einer anderen Person hervorruft. Besonders häufig kommt es bei Verkehrsunfällen zu einer fahrlässigen Tötung, z.B. wenn Verkehrsregeln wie ein Überholverbot nicht beachtet wurden und dies bei einem Unfall den Tod einer Person zur Folge hat.

Betroffene, die eine schwere Gewalttat wie eine versuchte Tötung überlebt haben, tragen meist körperliche Verletzungen wie Prellungen, Hämatome oder Knochenbrüche davon.

Natürlich ist ein solches Erlebnis aber auch psychisch hochbelastend. Die meisten Menschen reagieren zunächst mit einem Schock. Häufige Folgen sind auch Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, leichte Schreckhaftigkeit, Alpträume und Konzentrationsprobleme. Manche Betroffenen grübeln, warum sie sich nicht gewehrt haben oder warum sie zum Opfer einer Gewalttat geworden sind. Das Leben erscheint nicht mehr kontrollierbar und fühlt sich manchmal plötzlich „fremd“ an. Auch können sich Misstrauen und Angst gegenüber anderen (fremden) Menschen entwickeln. Langfristig können psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen entstehen.

Wenn man als Angehörige/r mit der Tötung einer nahestehenden Person konfrontiert ist, löst dies in den meisten Fällen ebenfalls einen psychischen Schock aus. Es können Gefühle wie Wut auf den Täter/die Täterin und Rachebedürfnisse entstehen. Auch Gefühle wie Verzweiflung, Trauer und Hilflosigkeit sind normale Reaktionen. Der plötzliche Verlust einer nahestehenden Person durch ein Tötungsdelikt hat zusätzlich meist auch finanzielle Folgen für die Hinterbliebenen. Oft müssen organisatorische Dinge (z.B. Information des Arbeitgebers, von Versicherungen etc.) geregelt werden, was viele Betroffene aufgrund ihrer Trauer und Belastung überfordert. Je nach Tathergang wird man als Angehörige/r nochmals mit dem Geschehenen konfrontiert, indem man eine Aussage bei der Polizei machen muss.

Unser Beratungsangebot: In unserer psychologischen Beratung können Sie über die versuchte Tötung oder die Tötung einer nahestehenden Person und die Folgen sprechen. Wir unterstützen Sie darin, Ihr Sicherheitsempfinden wieder zu stärken, Ihre Beschwerden zu lindern und eine Orientierung zu bekommen, welche Art von Hilfe Sie brauchen.

Für Betroffene:

Unmittelbar nach einer versuchten Tötung steht meist zunächst die medizinische Versorgung im Vordergrund. Oft ist damit auch eine Aussage bei der Polizei verbunden. Jedoch ist auch der Umgang mit den psychischen Folgen einer versuchten Tötung wichtig. Dafür kann es hilfreich sein:

  • sich mit unterstützenden Personen über das Erlebte auszutauschen
  • gut für sich zu sorgen und Ruhepausen einzuplanen
  • sich zu vergegenwärtigen, dass die Bedrohung vorbei ist und Sie im „Hier und Jetzt“ sicher sind

Für Angehörige:

  • sich mit unterstützenden Personen über das Erlebte auszutauschen
  • gut für sich zu sorgen und im eigenen Tempo einen Umgang mit dem Verlust eines wichtigen Menschen finden (z.B. über Trauerrituale)
  • mögliche juristische Aufarbeitung, ggf. als Nebenkläger/in im Strafverfahren

Wenn Sie dauerhaft unter psychischen Folgen wie Schreckhaftigkeit, Angst, Schlafstörungen oder Albträumen leiden, kann eine Psychotherapie (Link) Ihnen möglicherweise helfen. Wir unterstützen Sie gerne durch Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten.